Fragen und Antworten
Weshalb kommt es zu einer weiteren Abstimmung über den Standort ihrer landwirtschaftlich genutzten Scheune?
Die Gemeindeversammlung vom Juni 1996 hat die Parzelle mit den landwirtschaftlichen Scheunen von der Landwirtschaftszone in die Bauzone verlegt.
Das war ein klares Signal der Stimmbürger, das Siedlungsgebiet in diesem Bereich erweitern zu wollen. An der Gemeindeversammlung 2010 kam ebenso deutlich zum Ausdruck, dass auf gemeindeeigenem Land keine Bauten, wie beispielsweise die neue Scheune, mit einem tiefen Baurechtszinsen erwünscht sind.
Wo wäre die Scheune gemäss der Vorlage im Dezember 2010 zu stehen gekommen?
In einem ersten Planungsschritt war vorgesehen, die neue Scheune im Gebiet Ifang zu realisieren. Doch wurde dies von der Gemeinde abgelehnt, da das Gebiet damals noch als Baugebiet vorgesehen war. Im Sinne einer konstruktiven und kooperativen Planung zusammen mit dem Gemeinderat entstand die Möglichkeit, im Subisacher die Scheune zu erstellen. Da jedoch das Gebiet Subisacher 1996 in die Erholungszone umgeteilt worden war, musste für den Bau der landwirtschaftlichen Scheune eine Umzonung beantragt werden. Dies wurde an der Gemeindeversammlung im Dezember 2010 abgelehnt.
Weshalb wurde die Vorlage im Dezember 2010 nicht angenommen?
Der Souverän hat entschieden. Doch scheinbar wurden von einzelnen Einwohnern Ängste geschürt, etwa dass der Neubau einer Scheune der Anfang einer Überbauung sein könnte. Leider hatte ich die Gefühle dieser einzelnen Votanten unterschätzt und zu wenig sachliche Aufklärung betrieben.
Doch wurde von einzelnen Exponenten der Gegnerschaft der Vorwurf laut, Sie würden eine Strategie der „Salamitaktik“ betreiben.
Ich habe immer transparent kommuniziert. Auch nach der Abstimmungsniederlage habe ich alle interessierten Parteien eingeladen, zusammen mit mir vor Ort meine Ideen und Absichten zu diskutieren. Seit vierzehn Generationen betreibt meine Familie nun Landwirtschaft hier in Zollikerberg. Ziel ist es diesen Betrieb auch weiterführen zu können. Dazu ist aber ein Standort nötig der dies auch zulässt. Lärmemissionen machen einen genügenden Abstand zum Siedlungsgebiet notwendig.
Was könnte dann aber der Antrieb der Gegnerschaft sein?
Ich gehe davon aus, dass es nicht eine Gegnerschaft sondern vielmehr einige wenige Exponenten sind, die aus einem mir unbekannten Grund Stimmung machen.
Verlangen hier einzelne Einwohner mehr Zurückhaltung?
Wir sind landwirtschaftliche Unternehmer. Wir agieren unternehmerisch, denn das wurde von uns über die letzten Jahre immer wieder gefordert. Das heisst, dass wir versuchen, im Rahmen der gesetzlichen Vorlagen und dem engen Korsett der Landwirtschaftspolitik betriebswirtschaftlich zu funktionieren. Interessanterweise wird uns dies leider immer wieder zum Vorwurf gemacht.
Weshalb musste die alte Scheune abgerissen werden?
Gemäss Raumplanungsgesetz sind landwirtschaftliche Bauten in einer Bauzone nicht zonenkonform. Landwirtschaftliche Bauten gehören in die Landwirtschaftszone. Zudem realisierten private Bauherren in nächster Nähe zur Scheune Mehrfamilienhäuser. Dies löste hohe Erschliessungskosten für alle Bauparzellen aus, unabhängig ob gebaut wird oder nicht. Es hatte aber auch zur Folge, dass die Abstandsvorgaben für ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude nicht mehr eingehalten werden konnte. Gemäss kantonalen Richtlinien sind Abstände von 300 Meter wünschenswert. Im vorliegenden Fall wären es noch 17 Meter gewesen.
Hätten denn die Neubauprojekte nicht verhindert werden können?
Diese Projekte wurden nach gesetzlichen Vorgaben realisiert. Zwar bin ich, Daniel Weber, mit den Bauherren verwandt, doch gab es für mich keinen rechtlichen Ansatz dieses Projekt zu verhindern. Vielmehr war ich mir der Lage bewusst und nahm direkt das Gespräch mit Gemeinde und Kanton für einen neuen Standort der Scheune auf.
Wo kommt denn nun die neue Scheune zu stehen?
Nach der Ablehnung in der Gemeindeversammlung 2010 wurde sofort der Kontakt zum Kanton wieder hergestellt. Neue Varianten wurden geplant und besprochen. Sieben zusätzliche Standorte wurden geprüft. Nachdem das Gebiet Ifang im kantonalen Richtplan nun nicht mehr der Bauzone zugeteilt ist, wurde das Gebiet als nächster idealer Standort gewählt.
Wie geht es weiter, sollte diese Umzonung auch abgelehnt werden?
Dann werden wir wieder mit dem Kanton Kontakt aufnehmen und das weitere Vorgehen erörtern. Bis jetzt wurde in erster Linie ein Standort gesucht, der aus raumplanerischer und landschaftlicher Sicht am idealsten ist. Wo ein nächster Standort sein könnte, wurde zurzeit nicht diskutiert.
Weshalb wollen Sie unbedingt eine neue Scheune bauen?
Ich glaube an die Zukunft unseres landwirtschaftlichen Betriebes in Zollikon. Wir sind heute noch zwei Landwirtschaftsbetriebe in dieser Gemeinde. Im nächsten Jahr wird mein 19jähriger Sohn Fabian seine Ausbildung zum Landwirt beenden und in unseren Familienbetrieb einsteigen. Für seine berufliche Zukunft und das Fortbestehen einer landwirtschaftlichen Nutzung unseres Gemeindebodens im engen Gürtel zur urbanen Zone der Stadt Zürich müssen wir die neue Scheune errichten.
Könnte zu einem späteren Zeitpunkt die Scheune zu Wohnungen umgebaut werden?
Nein. Gemäss Baubewilligung müssten die Gebäude abgerissen werden, sollen sie nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden
Könnte zu einem späteren Zeitpunkt die Scheune abgerissen und an ihrer Stelle ein neues Haus gebaut werden?
Nein, einzig dann, wenn das Gebiet Ifang von der Gemeindeversammlung in die Bauzone umgezont würde


